Behandlungsablauf

Behandlungsablauf

Bei einem ersten Termin (Dauer etwa 45 Minuten) verschaffen wir uns einen Eindruck über die Kiefer- und Zahnfehlstellung und besprechen zusammen, ob und zu welchem Zeitpunkt eine Therapie sinnvoll erscheint. In dieser Sitzung werden wir Ihnen voraussichtlich sagen können, ob sich Ihre Krankenkasse an den Kosten beteiligen darf. Dann werden diagnostische Unterlagen erstellt, welche für eine präzise Therapieplanung notwendig sind (Dauer etwa 30 Minuten).

Therapiebesprechung:

Nachdem wir alle diagnostischen Unterlagen ausgewertet haben, besprechen wir mit Ihnen den nachfolgenden Termin (zirka 1 Woche später). An diesem Termin gehen wir detailliert auf das Therapieziel, Behandlungsgeräte sowie Investitionssummen und die zeitliche Abfolge ein.

Der erstellte Behandlungsplan wird Ihrer Krankenkasse zugeschickt oder Ihnen bei einer privaten Behandlung persönlich ausgehändigt. Nach spätestens vier Wochen werden Sie von den gesetzlichen Krankenkassen über die Kostenübernahme informiert. Für die weiteren Termine der Behandlung (jeweils 45 Minuten) setzen wir uns mit Ihnen in Verbindung. In diesem beratenden Gespräch haben Sie die Möglichkeit, zwischen einfachen, zweckmäßigen oder ästhetisch und funktionell hochwertigen Therapien zu entscheiden. - Gemeinsam erarbeiten wir das Therapieziel.

Falls erforderlich werden folgende Vor- oder Parallelbehandlungen empfohlen:

Zahnarzt (Versiegelungen, Karies, Mundhygiene, Prophylaxe), HNO Arzt (Nasenatmungsbehinderung, Schluckmuster), Orthopäde (Füße, Becken, Schultern, Wirbelsäule, Körperhaltung, Muskeltonus), Kinderarzt, Logopädie (Zungenruhelage, Schlucken, myofunktionelle Therapie, Lippenschluss, Sprache)

Aktive kieferorthopädische Behandlungsphase:

Wir stellen das Behandlungsgerät zur Kieferlagekorrektur (Kieferknochen - beispielsweise Aktivator, Vorschubdoppelplatten, Herbstscharnier oder Headgear) oder das Behandlungsgerät zur Zahnstellungskorrektur (herausnehmbare Apparaturen, Multibracket-Apparatur) her.

Feineinstellungsphase:

Im Anschluß an die aktive kieferorthopädische Behandlung erfolgt die Feineinstellungsphase mit entsprechendem Gerät (Positioner mit vorausgehender Funktionsanalyse).

Stabilisierungsphase:

Die Stabilisierungsphase mit Kleberetainer und Retentionsgeräten wie Essixschienen oder Platten.

 

Fallbeispiele vorher / nachher

Lücke Front / Lücke geschlossen

 

Umgekehrter Überbiss / korrigierter Biss

 

Umgekehrter Überbiss / korrigierter Biss

 

Offener Biss / geschlossener Biss

 

Extremer Engstand / korrigierter Engstand

 

Lücken Front / Lücken geschlossen

 

Tiefbiss / korrigierter Biss

 

Kopfbiss Front / korrigierter Biss

 

Offener Biss / geschlossener Biss

 

Lücke Front / Lücke geschlossen

 

Kreuzbiss in der Front / korrigierter Kreuzbiss

Spektrum

Wann ist eine Behandlung notwendig?

Dass die Zähne von Menschen nicht wie Perlen an einer Schnur aufgereiht sind, muss nicht weiter bedenklich sein. Viele leben damit glücklich und zufrieden. Doch oft ist es notwendig, den Biss zu verändern, um Schleimhauteinbisse, Zahnfleischverletzungen oder Gleithindernisse zu vermeiden oder um die Beißfähigkeit zu verändern. Eine ebenmäßige Zahnreihe lässt sich zudem leichter pflegen. Gerade Zähne sind weniger anfällig für Karies.

Zahn- und Kieferanomalien können zu Kiefergelenksproblemen, Kopfschmerzen und Bewegungseinschränkungen führen.

Schiefstehende Zähne sind oft ein Zeichen von Platzmangel im Kiefer. Der Fachzahnarzt muss einen Engstand der Frontzähne behandeln. Das führt leider manchmal auch dazu, dass Zähne gezogen werden müssen, um für die restlichen Zähne ausreichenden Platz zu gewinnen Zahnlücken können auch erblich bedingt sein, etwa durch zu kleine seitliche Schneidezähne, beziehungsweise durch ein ausgeprägtes Missverhältnis zwischen Zahn- und Kiefergröße.

Erworbenen Fehlstellungen sind auf schlechte Angewohnheiten wie Daumenlutschen, zu langes Schnullersaugen oder Zungenpressen zurückzuführen. Lutschen am Daumen, an Schnullern oder anderen Gegenständen, das über das dritte Lebensjahr hinausreicht, kann zu schweren Verformungen der Kiefer und zu Fehlstellungen – vor allem der vorderen Zähne – führen. Beim sogenannten »lutschoffenen Biss« klaffen die Schneidezähne des Ober- und Unterkiefers auseinander, und ein Abbeißen ist nicht mehr möglich. Als Eltern werden Sie bei Ihrem Kind eventuell beobachten, dass die Nahrung nur mit den Seitenzähnen »abgerissen« wird.

Ein zu schmaler Oberkiefer führt zu einem (beidseitigen) »Kreuzbiss«: Die oberen und die unteren Seitenzähne treffen nicht regelrecht aufeinander.

Schneidezähne, die sich auch bei geschlossenem Mund nicht berühren (offener Biss) künden eventuell davon, dass viel zu lange am Daumen gelutscht wurde. Ein »offener Biss« führt manchmal zum Lispeln oder anderen Sprachstörungen. Hier ist die Zusammenarbeit zwischen einem Kieferorthopäden und einem Logopäden erforderlich.

Obwohl auch bei Kindern mit etwa acht bis elf Jahren schon eine Behandlung mit einer festsitzenden Zahnspange gemacht werden kann, werden in diesem Alter sehr oft abnehmbare Geräte unter Ausnutzung des Wachstums verwendet, oft auch als Vorbehandlung für eine festsitzende Zahnregulierung.

Verschiedene herausnehmbare Apparaturen

Funktionelle Apparaturen (U-Bügel, Bionator, Aktivator) beeinflussen den Oberkiefer- und Unterkieferknochen und die gesamte Mund- und Kaumuskulatur derartig, dass die Zähne in ein korrektes Verhältnis zueinander geleitet werden. Die Zahnspangen werden immer locker im Mund getragen. Sie trainieren die Muskulatur des gesamten Mund- und Kieferbereiches wie die Körpermuskulatur in einem Fitness-Studio.

Aktive Platten sind abnehmbare Spangen, die mit Hilfe kleiner Drähte an den Zahnreihen fixiert werden. Mit diesen Platten kann man den Kiefer insgesamt verbreitern oder mit Hilfe von Schrauben oder Federn leichte Korrekturen an einzelnen Zähnen vornehmen.

Festsitzende Apparaturen

Die nicht herausnehmbaren festsitzenden Apparaturen – auch Multiband-Apparaturen genannt – bestehen aus Brackets, die auf die Zähne geklebt werden und Metallbändern, die vor allem im hinteren Bereich um den Zahn zementiert werden. Die Brackets und Bänder dienen der Aufnahme der Behandlungsbögen, die wiederum mit Ligaturen befestigt werden. Moderne Brackets benötigen dies nicht, da sie einen eigenen Verschluss haben. Mit den Multiband-Apparaturen lassen sich umfangreiche Zahnbewegungen bewerkstelligen. Allerdings sind Veränderungen der Bisslage im Gegensatz zu den funktionskieferorthopädischen Geräten nur in geringerem Umfang erreichbar.

Veränderungen der Zahnstellung erfolgen zwar meist im Kindesalter, aber es ist nie zu spät, der Natur nachzuhelfen oder die Folgen schädlicher Angewohnheiten zu korrigieren.

Allerdings ist es bei Erwachsenen naturgemäß nicht mehr möglich, durch zarte Wachstumsimpulse (aktive Platten) die Formung der Kiefer zu beeinflussen. Vereinfacht kann man sagen, dass die Einführung der Multiband- oder Multibracket-Technik eine erfolgreiche Erwachsenenbehandlung erst ermöglicht hat.

Feineinstellung

Mithilfe einer präzisen Funktionsanalyse gelingt es nach Abschluss der aktiven Behandlungsphase, mit Multibracketsystem oder herausnehmbaren Behandlungsmitteln Fehler und Unstimmigkeiten in der Beziehung der Zähne zueinander festzustellen. Da diese auf lange Sicht Beschwerden am Kiefergelenk und der Gesichts- und Nackenmuskulatur verursachen können, sollten die Störkontakte mit Hilfe eines Feineinstellungsgeräts beseitigt werden. Dies nennt man auch Positioner (Fine End-Gerät).

Retention (Halten und Stabilisieren des Behandlungsergebnisses)

Auch nach erfolgreicher Multibandbehandlung haben die Zähne die Tendenz, in ihre alte Position zurückzukehren. Um den Behandlungserfolg zu sichern, müssen, abhängig von der ursprünglichen Zahn- und/oder Kieferfehlstellung, Retentionsgeräte eingegliedert werden.

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Behandlungsunterlagen

Ditigale Röntgenaufnahmen

Die Seitenaufnahme ermöglicht eine genaue Beurteilung und Vermessung des Schädelaufbaus, der Lage der Kiefer und der Achsenstellung der Zähne.

Die Übersichtsaufnahme verschafft uns einen Überblick über Anzahl der Zähne und über anatomische Besonderheiten.

Durch unsere moderne digitale Röntenanlage werden die Aufnahmen mit minimaler Strahlenbelastung erstellt.

Abformung der Kiefer

Abformungen der Kiefer und die Herstellung von Gipsmodellen ermöglichen eine genaue Beurteilung der Zahnstellung, des Platzbedarfs der Zähne im Kiefer und der Stellung der Kiefer zueinander.

Digitalfotos

Digitale Fotos dienen dazu, den Gesichtsaufbau, das Profil und spätere Veränderungen während der Behandlung zu beurteilen.

 

Zahnpflege

Eine sehr gründliche Zahnreinigung ist bei einer festsitzenden Behandlungsapparatur überaus wichtig. Die Zahnpflege dauert daher länger (nach jeder Mahlzeit, ca. 10 Min.).

Nutzen Sie hierzu eine elektrische Zahnbürste oder eine herkömmliche Bürste mit V-förmigen Borstenfeld (Ortho-Zahnbürste). Reinigen Sie dabei nicht nur die Oberflächen der Brackets, sondern führen Sie die Borsten auch unter die Drähte. So vermeiden Sie, dass sich dort Plaque absetzt.

 

 

 

 

 

Anschließend wird noch eine Zahnzwischenraumbürste verwendet, um auch an schwer zugänglichen Bereichen  zwischen Bogen, Band, Bracket und Zahn gründlich reinigen zu können. Dafür wird das Bürstchen unter den Draht geschoben und mehrfach hin und her bewegt.

 

 

 

 

 

Bitte bedenken Sie, dass bei unzureichender Mundhygiene, an den Stellen des Zahnes, die das Bracket  nicht bedecken, die Gefahr von Demineralisationen besteht. Diese Entkalkungen bleiben ein Leben lang und sind nicht rückgängig zu machen. Außerdem schwillt das Zahnfleisch sehr stark an und macht eine gute Mundhygiene unmöglich.

Zusätzlich empfehlen wir einmal in der Woche die Anwendung eines Fluoridgels.

Es wird wie eine Zahncreme eingebürstet und ist in der Apotheke erhältlich.

Die regelmäßigen professionellen Zahnreinigungen, die Sie bei Ihrem Zahnarzt während der festsitzenden kieferorthopädischen Therapie alle 3 Monate durchführen lassen sollten, um einen optimalen Schutz zu erhalten, sind sehr empfehlenswert.